Was tun, wenn der Nachwuchs kommt?

Wenn Sie schon seit Jahren ein vierbeiniges Familienmitglied haben, dann wissen Sie, dass man oft im Leben einige Abstriche machen muss, sei es im Urlaub oder in der Freizeitgestaltung. Wenn Sie Ihren Hund oder Ihre Katze mit einbinden wollen, gibt es oft Probleme, die schwer zu überwinden sind. Die meisten haben alternative Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung gesucht und gehen so nicht mehr ins Fitness-Studio, sondern laufen im Park und nehmen den Hund mit. Auf diese Weise haben beide etwas davon. Beim Verreisen wird darauf geachtet, dass es ein Hotel ist, wo Haustiere erlaubt werden, oder man übergibt die Verantwortung kurzfristig Verwandten oder Freunden, wenn es sich nicht vermeiden lässt.

Es gibt jedoch eine Lebenssituation, die kann man nicht unbedingt zu Gunsten des vierbeinigen Freundes ändern. Wenn der eigene Nachwuchs kommt, machen sich sehr viele Sorgen, wie das Haustier reagieren wird. Fragen, die sich einem unwillkürlich aufdrängen sind: Wird er oder sie das Baby akzeptieren? Wird es keine Eifersucht geben? Wird das Tier das Baby nicht als Eindringling in seinem Revier sehen und es bekämpfen? Diese ganzen Fragen sind oft berechtigt, denn je nach dem Verhältnis, das man zu seinem Haustier hat, kann es durchaus zu Eifersucht kommen. Aber ein Baby kann auch als Eindringling im eigenen Revier aufgefasst werden. Das kann man jedoch verhindern. Genauso wie man Geschwister auf ein neues Baby vorbereitet, sollte man es mit Haustieren tun.

Eine Vorgangsweise, die sich in in einigen Fällen bereits bewährt hat, ist die Vorbereitung durch Duftstoffe. Das Haustier verspürt schon während der Schwangerschaft die Veränderung des Frauchens. Wenn dann das Baby da ist, kann man aus dem Krankenhaus eine Windel mit nach Hause nehmen und es dem Hund zum schnüffeln geben. Auf die Weise lernt er das neue Familienmitglied bereits kennen, bevor er es sieht. Eine weitere unterstützende Maßnahme lehnt sich an das Kennenlernen unter zwei Artgenossen an. So wird das Kind auch in die Schutzobhut des Hundes übergeben. Um zu verhindern, dass die Ankunft des Babys als Eindringen ins eigene Revier aufgefasst wird, sollte man die zwei vor der Haustür mit einander bekannt machen und dann gemeinsam das Revier betreten.

Absolut falsch ist das Fernhalten des Tieres vom Kind. Man muss sowohl Hund als Katze an das Kind heran lassen, damit er oder sie es kennen lernt. Die Verweigerung kann dann in Eifersucht umschlagen. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Gewohnheiten des Hundes und der Katze nicht komplett geändert werden. Der Schlafplatz sollte dort bleiben, wo er war. Auch sollte es erlaubt sein, dass der Hund und die Katze sich im Beisein des Herrchens oder des Frauchens im Kinderzimmer aufhalten darf. Ohne Aufssicht sollte es jedoch nicht geschehen, denn man darf nicht vergessen, die meisten Unfälle passieren aus Missverständnissen zwischen Tier und Mensch. Auch die ruhigste Hundeseele wird sich wehren, wenn sich ein Kleinkind ins Fell verkrallt und daran zieht. Schlussendlich reagieren wir alle auf Schmerz. Auch Angst vor Krankheiten durch den Vierbeiner ist meist unbegründet, denn man lässt seine Haustiere impfen. Und so manches Tier achtet mehr auf Hygiene als der Mensch.

Foto: Meri Charalampidis